Coesfeld

Einmischende Jugendpolitik steuern

Um einmischende Jugendpolitik umfassend in Verwaltung und Politik zu verankern, wird in Coesfeld zunächst auf Kreisebene gearbeitet. Eine Ausweitung ist aber angedacht.

Bis zu den Sommerferien wird in Coesfeld ein „Runder Tisch“ für einmischende Jugendpolitik gegründet, zu dem die Jugendverbände, die Bezirksschüler/innenvertretung, die Verwaltungsspitzen des Kreises und der Kommunen und weitere Akteure eingeladen werden. Die vielen Ideen (vom Jugendcheck bis hin zu Seminaren für Verwaltungsangestellte) werden diskutiert und priorisiert. Danach begleitet der Runde Tisch die Umsetzung.

Die Sportjugend Coesfeld hat sich vielfältig in die jugendpolitische Initative eingebracht, z.B. mit folgenden Veranstaltungen: Jugendforum 2013, jungdenken…lokal 2014 in Lüdinghausen und in Coesfeld und hat ein regionales Bündnis für Freiräume gegründet.

Projektstand zum Praxistag

Nach Zusage des Projektes hat die Sportjugend im KSB Coesfeld e.V. eine Projektgruppe zur Steuerung des Projektes eingesetzt, die mittlerweile Kontakt mit vielen im Kreis Coesfeld ansässigen Jugendverbänden, Einrichtungen der offenen Türen, Parteijugendorganisationen, kommunalen Stellen sowie weiteren Institutionen und Organisationen aufgenommen hat. Ziel dieser Kontaktaufnahme war einerseits, eine Bestandsaufnahme der Maßnahmen, die im Kreis Coesfeld in den Handlungsfeldern Kinder- und Jugendbeteiligung sowie einmischender Jugendpolitik bereits angedacht sind, zu erstellen und andererseits zu klären, welche Organisationen und Institutionen sich an der strategischen Entwicklung eines umfassenden Konzeptes zur Etablierung einmischender Jugendpolitik im Kreis Coesfeld beteiligen wollen. Diese sollten dann zu einem gemeinsamen Runden Tisch „Einmischende Jugendpolitik“ eingeladen werden.

Daneben wurden Gespräche mit der Kreisverwaltung und dem Jugendhilfeausschussvorsitzenden des Kreises sowie den Jugendhilfeausschussvorsitzenden der Städte Coesfeld und Dülmen, die nicht zum Kreisjugendamtsbezirk gehören, geführt, um Politik und Verwaltung in den Prozess einzubinden und Kooperationspotenziale nutzen zu können. Dabei wurde auch geklärt, was aus Sicht von Politik und Verwaltung unattraktive Szenarien zur einmischenden Jugendpolitik wären. Ferner wurde das Thema einmischende Jugendpolitik in weiteren Gesprächen mit Kommunalpolitiker/innen besprochen, allerdings waren diese Gespräche nicht allein auf dieses Thema bezogen.

Im Rahmen der Bestandsaufnahme haben viele Einzelgespräche mit den genannten Institutionen und Organisationen stattgefunden, die meisten beteiligen sich an der Entwicklung einmischender Jugendpolitik. Allerdings haben die Einzelgespräche viel Zeit gekostet, weswegen der Runde Tisch nun erst im September erstmalig zusammentreten wird. Dafür liegen bereits bilateral entwickelte bzw. von den verschiedenen Teilnehmenden eingebrachte Ideen vor, so dass wir schneller vorankommen können. Zugleich haben sich einige Ideen in allen Gesprächen als konsensual herausgestellt, wodurch diese bereits in die Umsetzungsphase gehen, auch wenn der Runde Tisch noch nicht getagt hat. Dies sind insbesondere:

  • Workshop für Kommunalpolitiker/innen zum Thema „Kommunale Mandatsträger/innen als Interessenvertreter/innen für Kinder und Jugendliche: Dieser Workshop wird gerade konzipiert, um ihn im vierten Quartal 2015 den Politiker/innen anbieten zu können.
  • Workshop für Verwaltungsmitarbeiter/innen zum Thema „Kinder- und Jugendinteressen in der Verwaltungspraxis“: Dieser Workshop ist bereits für Ende Oktober terminiert und wird aktuell abschließend konzipiert. Er wird in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendamt sowie der Auszubildendenvertretung des Kreises Coesfeld umgesetzt.
  • Entwicklung einer mobilen Ausstellung „Was kann Kommunalpolitik für junge Menschen tun?“: In nahezu allen Gesprächen wurde uns signalisiert, dass junge Menschen dort, wo sie auf Kommunalpolitik treffen, zwar politische Anliegen äußern, diese jedoch oft nicht den Kern kommunaler Gestaltungsmöglichkeiten betreffen. Ein Beispiel: Die kommunale Politik kann zwar nicht entscheiden, ob es G8- oder G9-Gymnasien gibt, sie könnte aber z.B. entscheiden, ob es ein Gymnasium oder eine Gesamtschule geben soll. Um hier junge Menschen zu informieren und zugleich die Qualität von Partizipationsprozessen auf der kommunalen Ebene stärken und Frustrationen vermeiden zu können, soll eine mobile Roll-Up-Ausstellung entwickelt werden, die sowohl ohne Erklärung funktionieren als auch in begleiteten Prozessen politischer Bildung, z.B. einer Jugendgruppenstunde zum Thema Kommunalwahlen, eingesetzt werden kann. Erste konzeptionelle Überlegungen sind bereits erfolgt - aktuell wird geprüft, wer noch zur Sicherung der fachlichen Qualität der Materialien beteiligt werden soll.

Auf dem Praxistag wurde insbesondere die Frage diskutiert, inwiefern die Ideen und Verfahrensweisen auch nicht-konsensual sein dürfen bzw. sollten.

Kontakt: Jens Wortmann

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